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Für das Weltlädeli war es sofort klar, sich an der Aktion #fairwertsteuer des Weltladen-Dachverbands zu beteiligen. Dabei wurde die seit dem 1. Juli 2020 reduzierte Mehrwertsteuer nicht an die Kund*innen weitergegeben, sondern an einen Fonds zur Unterstützung von Handelspartnern, die ganz besonders von der Krise betroffen sind.

Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt erfasst, die Produzent*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind jedoch besonders stark betroffen. Für sie gibt es in der Regel keine Rettungsschirme oder staatlichen Zuschüsse. Umso mehr sah es das Weltladenteam als selbstverständlich an, sich in dieser Situation solidarisch mit ihren Fair-Handelspartnern zu zeigen. Im zweiten Halbjahr 2020 konnte das Weltlädeli so einen Betrag von 1217,- € an den Unterstützungsfond überweisen. „Unsere Kund*innen tragen diese Solidaritätsaktion gerne mit und unterstützen mit ihrem Einkauf im Weltlädeli die Produzent*innen im globalen Süden jetzt erst recht“, fasst Claudia Caputo, Mitarbeiterin im Weltlädeli, die Stimmung unter der Kundschaft zusammen und führte weiter aus: „Gute Produkte zu einem fairen Preis kaufen. – So einfach geht gelebte Solidarität. Wir freuen uns über jeden neuen Kunden im Laden.“

Martin Lang, Fair-Handels-Berater beim Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg, DEAB, beschreibt die Situation: „Werkstätten sind geschlossen, Ware kann nicht ausgeliefert werden und Ausgangssperren verhindern, dass Mitarbeitende zur Arbeit fahren. Vor allem kleinere Organisationen stehen vor dem Ruin. Einige haben Produktionsmittel verkauft, um die notleidende Belegschaft mit Lebensmitteln unterstützen zu können. Viele Lager sind leer und die Organisationen haben keine Mittel zur Beschaffung von Rohwaren, um die Produktion wieder aufnehmen zu können.“ Bei umfassenden Lockdowns wie in Indien wurde der internationale und landesweite Verkehr eingestellt und eine weitreichende Ausgangssperre verhängt. Dies führte zu gekappten Lieferketten, heimische und globale Absatzmärkte sind teilweise zusammengebrochen.

Produzentenorganisationen unterstützen ihre Mitglieder auf vielfältige Weise. In Kenia konnten notleidende  Arbeiter und Arbeiterinnen über den firmeneigenen Sozialfonds kurzfristig unterstützt werden. Es wurden Lebensmittel und Gas zum Kochen gekauft, Mieten und Überbrückungsgelder gezahlt, Kleinvieh und sogar eine Kuh zur Selbstversorgung angeschafft. Bestückt wird der Sozialfonds u.a. durch die Fair-Trade-Prämie, die essenzieller Teil der Preisgestaltung im Fairen Handel ist.

Auch die Fairhandels-Importeure, Lieferanten der 900 Weltläden in Deutschland haben ihre Produzenten mit erheblicher finanzieller Nothilfe, der Aufrechterhaltung der Bestellungen und Vorauszahlungen unterstützt, obwohl nicht abzusehen war, ob die Weltläden die Waren unter den Bedingungen das Lockdowns in Deutschland verkaufen können.

Mit der Aktion #fairwertsteuer verstärkten Weltläden und Kunden ihre internationale Solidarität. Bis zum Ende Dezember 2020 konnten bundesweit 206.000,- € in den Unterstützungsfonds einbezahlt werden.

Auch das Murger Blumenfachgeschäft Immergrün beteiligte sich an der Aktion und konnte ebenfalls einen stattlichen Betrag an die Aktion überweisen.  

Der Faire Handel sichert die Existenz tausender Menschen im globalen Süden. Sie leben und arbeiten unter ungleich schwierigeren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass die Verbundenheit zwischen Produzent*innen und Konsument*innen weiter gestärkt wird.