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Die Saat der fairen Preise

Die Saat der fairen Preise

Acht Eine-Welt-Engagierte besuchten ihre Handelspartner
in Peru und sahen einen Traum: Eine gerechtere Welt ist möglich

von Willi Moosmann

Das hatte niemand von uns gedacht, als unsere achtköpfige Reisegruppe aus dem südbadischen Murg zu jenen aufbrach, deren Kaffee wir in unserem Weltladen täglich anbieten: zu den Kaffeebauern im Norden Perus. Doch am Ende der Reise waren wir uns einig: Einige Cent mehr für fair gehandelte Waren bewegen mehr, als wir uns bisher vorstellen konnten.

Seit mehr als zehn Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen dem Kaffeeprojekt in Nordperu und vielen Initiativgruppen und Weltläden vor allem in Baden-Württemberg.  Der Kaffee wächst an den Hängen der Anden auf einer Höhe zwischen 600 und 1700 Metern in Mischkulturen mit Zitronen-, Orangen- und Avocadobäumen, Bananenstauden, Maniok, Zuckerrohr und Süßkartoffeln. Kaffee ist für die Kleinbauernfamilien zumeist die einzige Einnahmequelle. Seit einigen Jahren befindet sich der Weltmarktpreis für Kaffee im freien Fall und zwingt viele Familien zur Aufgabe der Kaffeekulturen und zur Abwanderung in die Städte. Der Verfall der Preise bedroht die Region.

Die 1991 gegründete Beratungsorganisation Pidecafé versucht, dies  zusammen mit dem Bauernverband Cepicafé zu verhindern. Bei Cepicafé sind derzeit 51 Genossenschaften Mitglied, in denen sich mehr als 2000 Kaffeekleinbauern und ihre Familien organisiert haben. Weitere Dorfgenossenschaften möchten sich anschließen. Pidecafé und Cepicafé beschäftigen fast ausschließlich einheimische Fachleute. Heike Teufel, Betriebswirtin aus Spaichingen, ist die Ausnahme: Als Entwicklungshelferin hilft sie bei Vermarktung und Unternehmensführung. Sie hat uns auf unserer Reise begleitet.

Die Begegnungen in den einzelnen Kooperativen waren überaus herzlich. »Es gibt keinen Reichen, der zu reich wäre, um auch von einem Armen zu lernen, und es gibt keinen Armen, der zu arm wäre, um auch dem Reichen etwas zu geben.« So beschloss der Bürgermeister in San Francisco im Distrikt Jilili seine Rede bei einem Empfang.

Wer in die Dörfer kommt, sieht die Früchte des fairen Handels für die Menschen. Langsam, aber stetig ersetzen die Familien ihre alten, rauchenden Lehmherde durch aufgemauerte Herde aus Stahlplatten mit Abzugsrohr. Jetzt müssen die Frauen viel weniger Holz sammeln. Und noch wichtiger: Die Häuser sind nicht mehr ständig voller Rauch, was viele, auch schwere Krankheiten verursacht. A propos Gesundheit: Auf dem Speisezettel der Familien steht die gesunde Ernährung ganz oben. Die meisten Dörfer haben inzwischen Gesundheitsposten, in denen lebensnotwendige Impfungen und sogar Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden – auch viele Medikamente sind vorhanden. Stolz nennt der Geschäftsführer von Cepícafé, Santiago Lopez, die nackten wirtschaftlichen Zahlen, die dies möglich machen. Wurden 1997 nur eineinhalb Container (etwa 17,5 Tonnen) Rohkaffee vermarktet, so waren es im vergangenen Jahr 45, in diesem Jahr werden es 100 sein. Der erlesene Hochlandkaffee wird nach Deutschland, Holland, England, Italien, USA und Belgien exportiert. Zwischen 50 und 60 Prozent des Kaffees wird über den Fairen Handel vertrieben. Der Rest muss zu den üblichen Weltmarktpreisen verkauft werden. Der Preisunterschied ist riesig: Für einen Sack Kaffee (rund 46 Kilogramm) erhalten die Bauern auf dem Weltmarkt 53 US-Dollar, der Mindestpreis des Fairen Handels beträgt dagegen 126 US-Dollar. Dazu kommen noch bis zu 13 Dollar Biozuschlag.

Mit vier Strategien verbessern Pidecafé und Cepicafé die Lebensbedingungen der Kaffeebauern – nachhaltig und erfolgreich: Sie steigern die Qualität des Kaffee, fördern den biologische Anbau, unterstützen Alternativen zum Kaffee-Anbau und investieren in soziale Verbesserungen.

»Der erste Grundsatz und der besondere Ehrgeiz der Beratungsorganisation«, so der Geschäftsführer von Pidecafé, Jorge Calle, »ist eine optimale Kaffeequalität. Die jungen Agrartechniker und -ingenieure, die uns in die verschiedenen Dörfer begleiteten, werden ordentlich bezahlt und sind hochmotiviert. Sie sind in der Regel – meist mit dem Motorrad – drei Wochen des Monats in den Kooperativen vor Ort und eine Woche im Büro. Qualität ist auch das »Evangelium« von Alejandro Guerrero, der uns in der Kooperative Conta die Kaffeeaufbereitungsanlage seines Musterbetriebes zeigt und durch die Pflanzschule führt. Um dem Pilzbefall vorzubeugen, hat er sein Keimbeet mit desinfiziertem Flusssand auf Stelzen gebaut. Er züchtet alte resistente Kaffeesorten und auch solche, die bis zu acht Monaten ohne Regen auskommen.

Heike Teufel zeigt uns die »Vorverschiffungsmuster«, die von Importeuren verlangt werden, bevor sie große Mengen Kaffee bestellen: 300 Gramm grüne Kaffebohnen dürfen im fairen Handel höchstens 10 bis 12 defekte Bohnen beinhalten, worauf auch das Fairhandelshaus gepa in Wuppertal größten Wert legt. Das ist die Bedingung für einen Gourmetkaffee. Für den normalen Kaffee sind bis zu 23 defekte Bohnen erlaubt.

Überzeugend ist auch das Engagement der Campesinos im Bereich des Bio-Anbaus. Bedenkt man, dass der Ertrag im konventionellen Anbau mit chemischem Dünger bei 80 Sack pro Hektar liegt, beim organisch-biologischen dagegen bei nur 30, mag die Entscheidung nicht so leicht sein. Doch Frauen drängen ihre Männer häufig zum biologischen Anbau, weil ihnen gesundheitliche Aspekte wichtig sind. Der Agraringenieur Felix Suarez Elias ist bei Pidecafé fast von Anfang an dabei: »Wir verwenden keine Chemie, benötigen dafür aber mehr Arbeitskraft. Unsere Hoffnung ist der gerechte Preis.« Die Erfahrungen bei der Kompostierung, den organisch hergestellten Flüssigdüngern und Insektiziden werden in Arbeitsgruppen der Bauernkooperativen ausgetauscht und ausgewertet. Nicht zuletzt dadurch ist Peru zum zweitgrößten Biokaffee-Exporteur der Welt aufgerückt.

Das Überangebot an Kaffee und der Preisverfall macht die Suche nach Alternativen zum Kaffeeanbau unvermeidlich. Ein erster Erfolg in Piura: 600 von Eseln herbeigeschleppte Zuckerrohre geben 1800 Liter Zuckerrohrsaft und schließlich 220 Kilogramm kristallisierten braunen Rohrzucker. Das Endprodukt geht in den Export nach Europa. Der Vorteil dieses neuen Pilotprojektes: Es bringt den Kaffeebauern das ganze Jahr hindurch ein Einkommen.

Doch Rohrzucker ist nicht die einzige Alternative zum Kaffee-Anbau: Mit Fischzucht, medizinischen Heilpflanzen, Gewürz- und Kräuterkulturen, Produktion von Marmelade und Gemüsegärten steuern die Bauern der großen Mangel- und Fehlernährung entgegen und erzielen auf den heimischen Märkten zusätzliche Erlöse. Die Präsidentin des Mütterclubs von Sicchezpampa berichtete, wie die Frauen – unterstützt von Pidecafé – an einem staatlichen Wettbewerb teilgenommen und den ersten Preis für ihr Gemüseprojekt gewannen: 600 Dollar.

Ein wichtiger  Aspekt ist die Solidaritätsarbeit. Das  Ziel von Pidecafé ist eine umweltverträgliche, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Entwicklung. Auffallend ist die starke Einbindung der Frauen, die »Hand in Hand mit den Männern« neue unkonventionelle Wege mittragen oder selbst – wie in Yamango – den Anstoß zur Gründung der Kooperative geben. Immer mehr stellen auch Kommunen Agraringenieure ein und fordern den »runden Tisch«, um der Landflucht entgegenzuwirken. Gemeinsam mit Pidecafé fördern sie soziale Projekte wie Gesundheitsstationen oder Bibliotheken. »Die  Menschen in der Kaffeeanbauzone fühlen sich endlich ernst genommen«, konstatiert ein Mitarbeiter von Cepícafé.

Viele Menschen, die in Deutschland fair gehandelte Produkte kaufen, wollen etwas Gutes tun. Was gerechte Preise wirklich bewirken, konnten wir im andinen Bergland im Norden von Peru auf Schritt und Tritt erfahren: Junge Menschen schöpfen wieder Hoffnung. Sie erleben, dass es sich lohnt zu lernen und zu arbeiten. Fairer Handel schafft Visionen und spendet Energie für politisches Engagement, wirtschaftliche Kreativität und Experimentiergeist. Das ist weit mehr, als wir erwarten konnten.

Warum ins Weltlädeli?

Warum ins Weltlädeli?

Nuestros productos tienen alma y corazón – Unsere Produkte haben Herz und Seele

Fair gehandelte Produkte gibt es auch im Supermarkt. Das ist gut, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Doch warum sollte man dann ins Weltlädeli gehen? Weil Weltläden im Allgemeinen nicht nur fair gehandelte Produkte verkaufen wollen, sondern eine Vision von einer gerechteren Welt haben.

(vgl : Gründe für den Weltladen )

Fair gehandelte Produkte gibt es mittlerweile in über 40.000 Supermärkten, Discountern und Bioläden. Diese breite Verfügbarkeit hat stark dazu beigetragen, die Umsätze des Fairen Handels in den letzten Jahren auf über 1,85 Mrd. Euro pro Jahr in Deutschland ansteigen zu lassen. Das ist gut für die Produzent*innen, die umso mehr vom Fairen Handel profitieren.

Aber gleichzeitig sind die großen Lebensmittelkonzerne mit ihrer Marktmacht für einen Teil der Probleme verantwortlich, die der Faire Handel zu beheben versucht. Diese Marktmacht nutzen sie, um ihren Lieferanten die Preise zu diktieren – das trifft Milchbäuer*innen in Deutschland oder den Bananenproduzent*innen in Ecuador gleichermaßen. Die Folgen sind bekannt: Wachsen oder Weichen. Immer mehr Betriebe müssen aufgeben, weil sie nicht kostendeckend wirtschaften können. Diese Unternehmenspolitik ist einer der Hauptgründe dafür, weswegen der Faire Handel überhaupt vonnöten ist.

Deswegen braucht es ein anderes Denken und andere Strukturen. Genau dafür steht der Faire Handel der Weltläden. Denn der Absatz fair gehandelter Produkte im Supermarkt sorgt zwar für Verbesserungen für die Produzent*innen, weil sie so mehr Produkte zu fairen Bedingungen absetzen können. Aber der Kauf fair gehandelter Produkte im Supermarkt festigt auch die konventionellen Strukturen.

Weltläden hingegen setzen sich für ein anderes Miteinander der Akteure entlang der Lieferkette ein – wobei der Mensch im Mittelpunkt steht, und nicht der Profit. Mit ihrem Warenangebot, ihrer Bildungsarbeit und den politischen Kampagnen zielen Weltläden auf einen gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus machen Weltläden auf Missstände im globalen Handel aufmerksam.

Nicht zuletzt bieten Weltläden auch Verbraucher*innen klare Vorteile im Vergleich zum Einkauf im Supermarkt. Als Fachgeschäfte des Fairen Handels führen Weltläden das breiteste Sortiment fair gehandelter Produkte. Ob aromatische Kaffees, feine Schokoladen, schicke Taschen, modische Textilien – Weltläden bieten für jeden Geschmack etwas. Dabei müssen Verbraucher/innen nicht nach Zeichen und Siegeln suchen, denn im Weltladen sind alle Produkte aus Fairem Handel. Und bei Fragen stehen die Mitarbeiter*innen mit fachkundiger Beratung zur Verfügung.

Nuestros productos tienen alma y corazón – Unsere Produkte haben Herz und Seele

in vino veritas

in vino veritas

Genießen Sie hervorragende Bio-Weine von der Südhalbkugel aus traditionellen und renommierten Weinanbaugebieten. Lassen Sie sich von den charakteristischen Aromen verführen – vielleicht ist ja auch Ihr neuer Lieblingswein dabei?

Unsere Bio-Weine von der Südhalbkugel, aus traditionellen und renommierten Weinanbaugebieten, beziehen wir über die GEPA-The Fair Trade Company, dem wichtigsten Handelspartner für das Weltlädeli. Ergänzt wird das Sortiment durch Weine von El Puente, einem etablierten Fair-Trade-Unternehmen, das Lebensmittel und Handwerksprodukte aus Afrika, Asien und Lateinamerika importiert und vertreibt.

Die Winzer in Südafrika, Chile und Argentinien arbeiten in kleinen und mittleren Winzerkooperativen. Das ist in diesen Regionen eher die Ausnahme, da überwiegend große Firmen den Markt dominieren. Von ihren Genossenschaften erhalten die Weinbauern regelmäßig Abschlagszahlungen, so dass sie das ganze Jahr über ein gleichmäßiges Einkommen verfügen. Die GEPA und El Puente unterstützen die Partner auch bei der Bio-Umstellung mit der doppelten Fairtrade-Prämie. Die Kooperativen haben viel Erfahrung mit Wein. Die besonderen Böden und das günstige Klima in den Regionen führen dazu, dass Weine mit höchsten Qualitätsansprüchen hergestellt werden. Durch den Fairen Handel erfahren die Kooperativen-Mitglieder soziale und kulturelle Förderung.

www.gepa.de

www.elpuente.de 

Aktion #fairwertsteuer wirkt

Aktion #fairwertsteuer wirkt

Für das Weltlädeli war es sofort klar, sich an der Aktion #fairwertsteuer des Weltladen-Dachverbands zu beteiligen. Dabei wurde die seit dem 1. Juli 2020 reduzierte Mehrwertsteuer nicht an die Kund*innen weitergegeben, sondern an einen Fonds zur Unterstützung von Handelspartnern, die ganz besonders von der Krise betroffen sind.

Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt erfasst, die Produzent*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind jedoch besonders stark betroffen. Für sie gibt es in der Regel keine Rettungsschirme oder staatlichen Zuschüsse. Umso mehr sah es das Weltladenteam als selbstverständlich an, sich in dieser Situation solidarisch mit ihren Fair-Handelspartnern zu zeigen. Im zweiten Halbjahr 2020 konnte das Weltlädeli so einen Betrag von 1217,- € an den Unterstützungsfond überweisen. „Unsere Kund*innen tragen diese Solidaritätsaktion gerne mit und unterstützen mit ihrem Einkauf im Weltlädeli die Produzent*innen im globalen Süden jetzt erst recht“, fasst Claudia Caputo, Mitarbeiterin im Weltlädeli, die Stimmung unter der Kundschaft zusammen und führte weiter aus: „Gute Produkte zu einem fairen Preis kaufen. – So einfach geht gelebte Solidarität. Wir freuen uns über jeden neuen Kunden im Laden.“

Martin Lang, Fair-Handels-Berater beim Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg, DEAB, beschreibt die Situation: „Werkstätten sind geschlossen, Ware kann nicht ausgeliefert werden und Ausgangssperren verhindern, dass Mitarbeitende zur Arbeit fahren. Vor allem kleinere Organisationen stehen vor dem Ruin. Einige haben Produktionsmittel verkauft, um die notleidende Belegschaft mit Lebensmitteln unterstützen zu können. Viele Lager sind leer und die Organisationen haben keine Mittel zur Beschaffung von Rohwaren, um die Produktion wieder aufnehmen zu können.“ Bei umfassenden Lockdowns wie in Indien wurde der internationale und landesweite Verkehr eingestellt und eine weitreichende Ausgangssperre verhängt. Dies führte zu gekappten Lieferketten, heimische und globale Absatzmärkte sind teilweise zusammengebrochen.

Produzentenorganisationen unterstützen ihre Mitglieder auf vielfältige Weise. In Kenia konnten notleidende  Arbeiter und Arbeiterinnen über den firmeneigenen Sozialfonds kurzfristig unterstützt werden. Es wurden Lebensmittel und Gas zum Kochen gekauft, Mieten und Überbrückungsgelder gezahlt, Kleinvieh und sogar eine Kuh zur Selbstversorgung angeschafft. Bestückt wird der Sozialfonds u.a. durch die Fair-Trade-Prämie, die essenzieller Teil der Preisgestaltung im Fairen Handel ist.

Auch die Fairhandels-Importeure, Lieferanten der 900 Weltläden in Deutschland haben ihre Produzenten mit erheblicher finanzieller Nothilfe, der Aufrechterhaltung der Bestellungen und Vorauszahlungen unterstützt, obwohl nicht abzusehen war, ob die Weltläden die Waren unter den Bedingungen das Lockdowns in Deutschland verkaufen können.

Mit der Aktion #fairwertsteuer verstärkten Weltläden und Kunden ihre internationale Solidarität. Bis zum Ende Dezember 2020 konnten bundesweit 206.000,- € in den Unterstützungsfonds einbezahlt werden.

Auch das Murger Blumenfachgeschäft Immergrün beteiligte sich an der Aktion und konnte ebenfalls einen stattlichen Betrag an die Aktion überweisen.  

Der Faire Handel sichert die Existenz tausender Menschen im globalen Süden. Sie leben und arbeiten unter ungleich schwierigeren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass die Verbundenheit zwischen Produzent*innen und Konsument*innen weiter gestärkt wird.

Pakilia

Pakilia

Pakilia stammt aus der Aztekensprache Nahuatl und bedeutet Freude geben„.

Pakilia bietet nach Fair Trade Prinzipien hergestellten hochwertigen Schmuck aus Sterlingsilber und ist seit 2015 im Lieferantenkatalog des Weltladen Dachverbandes. Jedes Schmuckstück ist einzigartig, da die edlen Produkte in liebevoller Handarbeit in Taxco, Mexiko, gefertigt werden. Durch direkten Kontakt zu den mexikanischen Kunsthandwerkerfamilien und den Verzicht auf Zwischenhändler, können Material- und Verarbeitungsqualität direkt kontrolliert und Kundenwünsche in besonderem Maße berücksichtigt werden.

Pakilia begleitet die Silberkünstler und ihre Familien auf ihrem individuellen Weg zu mehr wirtschaftlicher Sicherheit und Unabhängigkeit.

Getragen wird Pakilia vom gemeinnützigen Verein“ pakilia wirkt! e. V.“.

Ziel des Vereins ist die Förderung von Entwicklungszusammenarbeit, Kunst & Kultur, Gleichberechtigung und Naturschutz mit Fokus auf Mexiko. Die Arbeit beinhaltet die Förderung und Professionalisierung von Silberschmiede-Familienbetrieben und die Erhaltung der traditionellen Handwerkskunst. Investiert wird in die Weiterbildung von Frauen und in die Entwicklung von Zukunftsperspektiven für Kinder, sowie Soforthilfen für Menschen in akuten Notlagen und langfristige, nachhaltige Unterstützung nach Naturkatastrophen.

Luz Amalia, Silberschmiedin in Mexiko, wünscht sich nichts sehnlicher, als weiterhin Aufträge zu bekommen und mit der Arbeit fortzufahren, um diese Zeit irgendwie zu überstehen. „Wenn Du gerade in Erwägung ziehst einen pakilia Silberschatz zu kaufen, zum Beispiel als Geschenk für einen Liebsten oder auch für Dich selbst, dann ist jetzt die richtige Zeit dafür!“ Sie sagt „gracias de corazón“ für die Unterstützung.

Weltlädeli unterstützt Handelspartner

Weltlädeli unterstützt Handelspartner

Für das Murger Weltlädeli war es sofort klar, sich an der Aktion #fairwertsteuer des Weltladen-Dachverbands zu beteiligen. Dabei wird die seit dem 1. Juli 2020 reduzierte Mehrwertsteuer nicht an die Kund*innen weitergegeben, sondern an einen Fonds zur Unterstützung von Handelspartnern, die ganz besonders von der Krise betroffen sind.

Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt erfasst, die Produzent*innen in Afrika, Asien und Lateinamerika sind jedoch besonders stark betroffen. Für sie gibt es in der Regel keine Rettungsschirme oder staatlichen Zuschüsse. Umso mehr sieht es das Weltladenteam als selbstverständlich an, sich in dieser Situation solidarisch mit ihren Fair-Handelspartnern zu zeigen. Im 3. Quartal 2020 konnte das Weltlädeli so einen Betrag von fast 600,- € an den Unterstützungsfond überweisen. „Unsere Kund*innen tragen diese Solidaritätsaktion gerne mit und unterstützen mit ihrem Einkauf im Weltlädeli die Produzent*innen im globalen Süden jetzt erst recht“, fasst Claudia Caputo, Mitarbeiterin im Weltlädeli, die Stimmung unter der Kundschaft zusammen und führt weiter aus: „Gute Produkte zu einem fairen Preis kaufen. – So einfach geht gelebte Solidarität. Wir freuen uns über jeden neuen Kunden im Laden.“

Auch das Murger Blumenfachgeschäft Immergrün beteiligt sich an der Aktion und konnte ebenfalls einen stattlichen Betrag an die Aktion überweisen.  

Der Faire Handel sichert die Existenz tausender Menschen im globalen Süden. Sie leben und arbeiten unter ungleich schwierigeren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, dass die Verbundenheit zwischen Produzent*innen und Konsument*innen weiter gestärkt wird.

Der Faire Handel auf der Regio Messe in Lörrach

Der Faire Handel auf der Regio Messe in Lörrach

Zum zehnten Mal ist auch das Weltlädeli auf dem Murger Gemeinschaftsstandin Lörrach vertreten. Mit Schokolade, Murgtalkaffee, den Sonnengläsern aus Südafrika und einem Schokolade-Quiz punktet das Fairhandelsgeschäft und weist auf die Beachtung von Menschenwürde und Arbeitsrechten in den Kakao produzierenden Ländern hin. So leben die Bauernfamilien in der Elfenbeinküste immer noch in extremer Armut und die ausbeuterische Kinderarbeit hat in den letzten Jahren zugenommen.